Diagnostik Schwein: Schnüffelkrankheit

Allgemeines

Die Rhinitis atrophicans, bzw. "Schnüffelkrankheit" der Schweine ist eine der wichtigsten und wirtschaftlich bedeutsamsten Erkrankungen in der Schweineproduktion. Das Krankheitsbild wird durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren (schlechtes Stallklima, Viren, Mykoplasmen und andere Keime, z.B. Bordetella bronchiseptica) verursacht. Maßgeblich am Ausbruch der Krankheit sind jedoch toxinbildende Pasteurella multocida Stämme beteiligt.

Übertragung und Symptome

Die Infektion erfolgt durch direkten Kontakt mit anderen infizierten Tieren, in der Regel mit der Muttersau. Schon wenige Tage nach der Geburt können Ferkel plötzlich an keuchhustenähnlichen Atemwegssymptomen erkranken, verursacht durch B. bronchiseptica, und neigen später zum Kümmern. Bei der Schnüffelkrankheit wird diesem Bakterium (neben Pasteurella multocida) Wegbereiterfunktion zugeschrieben. Das P. multocida D-Toxin führt zur Nasenrückendeformation und wird nach Besiedlung der Nasenschleimhaut freigesetzt. Es kommt zur Hemmung der knochenaufbauenden Zellen und dadurch zur Verkürzung des Oberkiefers. Außerdem beeinträchtigt das Toxin das Immunsystem und die Lunge.

Öknonomische Relevanz

Die ökonomische Relevanz der Rhinitis atrophicans wird in einer 1991 veröffentlichten Studie über Vorkommen und Auswirkungen dieser Krankheit auf Mast- und Schlachtleistung bei Schweinen dargestellt: 65% von 3847 Schlachtschweinen zeigten das Krankheitsbild in unterschiedlicher Ausprägung. Detaillierte Untersuchungen ergaben eine Verminderung des Schlachtgewichts bis zu 3,3 kg bei chronischen Verlaufsformen, bzw. bis zu 9,4 kg bei der akuten Rhinitis atrophicans. Einer geschätzten täglichen Zunahme von 540-584 g bei erkrankten Tieren Stand eine Zunahme von 586 g bei gesunden Tieren gegenüber (Liesecke et al., 1991)

Diagnostik

Eine hochsensitive und spezifische Nachweismethode dermonekrotoxinbildender Pasteurella multocida Stämme stellt die (Multiplex-)Polymerase-Kettenreaktion (PCR) der Xenogenetik GmbH dar: Bei diesem Verfahren wird zum einen das Toxin-Gen nachgewiesen, zum anderen wird das Nachweisverfahren durch interne Kontrollen überprüft. Im Gegensatz dazu treten bei gebräuchlichen anderen Verfahren auf Basis von Zellkultur falsch-negative Ergebnisse relativ häufig auf. Der Grund dafür ist, dass die Bakterien während des Transports absterben oder von der normalen Keimflora überwuchert werden.

Prävention

Nach Rücksprache ist eine zusätzliche bakteriologische Untersuchung möglich, in deren Rahmen stallspezifische Vakzine für eine effiziente Sanierung infizierter Bestände entwickelt werden können. Bei regelmäßiger Stichprobenkontrolle der Bestände (alle 3-4 Monate) durch die PCR-Diagnostik werden Neuinfektionen schnell erkannt und durch Einleitung entsprechender Maßnahmen finanzielle Verluste durch Rhinitis atrophicans effizient vermieden.

Untersuchungsmaterial

Die Probenentnahme wird mit speziellen Nasentupfern durchgeführt, die Sie von der Xenogenetik erhalten können. Die Proben können ungekühlt mit Post- oder Kurierdienst eingesandt werden.